AMTOR, RTTY, WFAX, SSTV und Hellschreiben mit dem HamComm-Modem Drucken E-Mail
Freitag, den 31. August 2012 um 08:11 Uhr

AMTOR, RTTY, WFAX, SSTV und Hellschreiben mit dem HamComm-Modem

Diese Seite stammt von mir aus den späten 90er Jahren. Sie ist also nicht mehr ganz aktuell. Aus historischen Gründen habe ich sie hierher verschoben, um einen Einblick zu bekommen, wie sich die digitalen Betriebsarten im Amateurfunk entwickelt haben. Wenn einige Links nicht mehr funktionieren, bitte ich deshalb um Verständnis.
 

Selbtsgebautes Hamcomm-Simpel-Modem (hembygd simpelmodem)

Dies ist mein selbstgebautes Hamcomm-Modem. Mit diesem einfachen Modem kann man sehr viele Betriebsarten betreiben: RTTY, Amtor, Hellschreiben, SSTV und Wetter(Fax).

Den Stromlaufplan findet man hier als txt-Datei oder in der Dokumentation des HamComm-Programms. Ein Link dorthin findet sich auch im Anhang dieser Seite.

Neben PSK31 ist meine absolute Lieblingsbetriebsart Amtor. Für RTTY und Amtor verwende ich das Programm Hamcomm 3.1. Meinen FT-747GX habe ich außerdem so modifiziert, dass ich im AFSK-Betrieb (SSB-Mode) empfangs- und sendeseitig ein CW-Filter betreiben kann.
 
Die Innenansicht des Modems. Einfacher geht es nur noch mit Soundkartenprogrammen. Vorbei sind die Zeiten der mechanischen Fernschreibmaschinen. Das Zusammenbauen auf einer Lochrasterplatte dauerte nur zwei Stunden. Inzwischen habe ich eine einseitige Leiterplatte für das Hamcomm-Modem entworfen.

Zusammen mit dem JvFax-Programm ist sogar das Senden und der Empfang von (Wetter-)Fax und SSTV möglich! Ausserdem kann man sogar Hellschreiben mit dem Dos-Programm von LA0BR (Die genannten Programme sind am Anhang dieser Seite erhältlich).
 

Leiterplatte meines selbtsgebauten Hamcomm-Simpel-Modems
Das Innnere des modifizierten FT-747

Umbau des FT-747: Für RTTY und Amtor muss ich meinen Yaesu FT-747 GX in AFSK betreiben. Es wäre nun von Vorteil, wenn man statt des SSB-Filters das schon vorhandene CW-Filter verwenden könnte. Dazu habe ich meinen trx umgebaut. Der Umbau und andere Modifikationen sind auf dieser Seite ausführlich beschrieben.
 
 
 
 

 

Amtor - Eine Betriebsart für gemütliche Unterhaltungen: Wie Amtor funktioniert, ist sehr gut in der Dokumentation des HamComm-Programms beschrieben (ein Link dorthin befindet sich auch am Ende dieser Seite). Einen Überblick über die verschiedenen Funkfernschreib-Betriebsarten liefert die DL0TUM-Seite der TU-Müchen von DL4MHK.

Zur Zeit (1999) wird Amtor in Europa von vielleicht nur 10 bis 20 Funkamateuren regelmässig betrieben. Die Treff-Frequenzen sind auf 40 m 7037 kHz und auf auf 80 m 3597 kHz. Die Angaben beziehen sich stets auf die Mark-Frequenz. (Mark liegt wie bei RTTY 170 Hz höher als Space). Neue Stationen sind immer hochwillkommen und es lohnt sich auf jeden Fall, öfters mal auf den genannten Frequenzen in Amtor FEC CQ zu rufen.

Weitere Kanäle für Amtor im 1-kHz-Raster sind 7035 kHz und 7036 kHz (immer mark) die nach einer Vereinbarung von Boxen frei zu halten sind und zur Zeit als Ausweichfrequenzen dienen. Auf den höheren Bändern trifft man leider so gut wie kein Amtor mehr. Es gab sogar mal Amtor-Konteste, die jedoch mangels Interesse eingestellt werden mussten.

Amtor hat den großen Vorteil, dass durch den ARQ - also durch die automatische Rückfrage der Empfangsstation nach jedem ausgesendeten Zeichen - praktisch keine Fehlschriften auftreten. Außerdem wird im Gegensatz zu Pactor der Link (die Verbindung) automatisch wieder aufgenommen, falls er durch schlechte Ausbreitungsbedingungen oder Störungen unterbrochen werden sollte. Amtor heißt im kommerziellen Seefunk Sitor und ist dort als ausgereifte, robuste Betriebsart mit hoher Übertragungssicherheit bekannt. Seine Empfindlichkeit liegt zwischen PactorI und PactorII. Es kann allerdings kein vollständiger Zeichensatz übertragen werden und ist damit nur für Texte, jedoch nicht für das Verschicken von Computer-Dateien geeignet.

Viele stört am ARQ die schnelle Hin- und Herschaltung zwischen Sendung und Empfang. Doch die Sorge um das Antennenrelais ist unbegründet, wie es sich nach über 20 Jahren täglicher Betriebspraxis bei vielen Funkamateuren gezeigt hat.

Dies und eine Reihe anderer Merkmale machen Amtor zu einer idealen Betriebsart für all jene, die sich gerne und lange über alle möglichen Themen unterhalten möchten. Dabei wird es als Vorteil erachtet, dass Runden technisch nicht möglich sind und nur zwei an einem QSO (einer Funkverbindung) teilnehmen können. Standard-QSOs, die im Stile vorgefertigter Textbausteine abgearbeitet werden und als einziges Ziel den QSL-Kartenaustausch verfolgen, sind verpönt. Ebenso unbeliebt und oft belächelt ist der Boxen-Betrieb, der meistens nur das Saugen sinnlosen Datenmülls zum Ergebnis hat. Gepflegt hingegen wird der persönliche Kontakt im anregenden Gespräch. Dabei wird oft flink in die Tasten gehauen. Alle Wörter werden einfach klein geschrieben und das Thema Rechtschreibung wird zur Nebensache.


Amtor und PSK31 nebeneinander im Einklang: Seit rund 20 Jahren haben sich Amtor-Stationen im Raster der vollen khz (komma null) etabliert. PSK31 hat keine Vorteile in der Nähe dieses Rasters zu arbeiten. Da das Psk31 tx- und rx-mäßig schmalbandigen ist, kann es genau zwischen diesen Amtor-Kanälen günstig arbeiten, ohne von Amtor gestört zu werden und ohne Amtor zu stören (ich habe das beobachtet).

Man sollte einen CQ-Ruf daher genau mittig dazwischen starten, also mit der HF (moduliert) auf/bei 7035.5, 7036.5 kHz und derart hoch bis 7044.5. Ein Konflikt kann dann nicht auftreten - ausser, wenn das PSK31-Signal mit 30 über S9 einfällt - aber dann würde auch das Amtor-Signal ähnlich störend auffallen. So kann man diesen Schmalbandingen vorteil von PSK31 bestens nutzen. Dies müsste sich nur herumsprechen...wobei jeder PSK31-Anwender auch darüber im klaren sein sollte, wo seine Aussendung liegt...jedenfalls nicht auf der Frequenz, die das Display anzeigt. Aber es geht ja auch ganz einfach ohne Rechnen: Wenn man Amtor hört, ist es praktisch immer auf einem khz.0-Kanal (vollem kHz). Man stimmt so ab, dass das Amtorsignal irgendwie in den Durchlass der PSK31-Filterung passt und dreht den VFO dann 500 Hz nach oben oder nach unten.


Amtor-Mailboxen: Nachfolgend die bekanntesten Amtor-Mailboxen in Europa. Die Frequenzen sind immer auf mark (Die Mark-Frequenz liegt oberhalb der Space-Frequenz. Der Abstand zwischen Mark und Space beträgt wie bei RTTY/Baudot 170 Hz) bezogen. Es wird auch unterhalb 10 MHz ausnahmslos in USB gearbeitet. Marc ist die obere, space die untere Frequenz. Alle Angaben in kHz. Die ersten 4 Buchstaben sind das Selcal. Man connectet immer mit DE EIGENES RUFZEICHEN +? und wartet auf weitere Anweisungen. Mit HELP +? erfährt man meistens den Befehlssatz der Box.

HBAK: 3581 3583 3588 7038 7040 7041 10142 10146 14071 14072 14078 14098 21071 21080 28071, QTH: in Meilen near Zurich
HCGB: 3578 3580 3582 14076 14078 14080 14082 21076 21078 21080 21082, QTH: nr Basel
DJEJ: 3581 3583 7038 14073 14075 14078 21081 21115 28075 28115, QTH: nr Frankfurt/Main (wurde seit Frühjahr 99 lange nicht mehr gehört)

Anmerkung: HBAK und HCGB bieten einen Zugang zu Packet-Radio. HBAC und HCGB verwenden wahrscheinlich einen PTC2 von SCS. Es hat sich herausgestellt, dass die Shareware-Version von Hamcomm sich nicht mit dem PTC2 und dem Tono5000 verträgt. Nach einigen Durchgängen ist dann ein change-over mit +? nicht mehr möglich. Dieser Effekt tritt mit der bezahlten Vollversion von HamComm jedoch nicht mehr auf! Sie funktioniert einwandfrei.

Eine weitere, sehr umfassende Amtor-Boxen-Liste habe ich unter http://www.geocities.com/TheTropics/Shores/2552/zs5s_amt.html gefunden.

So klingen Amtor und RTTY: So hört sich der Klang (amtor.wav, ca. 50 kByte, 5 Sek.) von Amtor ARQ in einem SSB-Empfänger mit CW-Filter an. Es werden zwei Töne übertragen. Das Zirpen entsteht durch die Quittungsblöcke der Empfangsstation.
So hört sich der Klang (rtty.wav, ca. 70 kByte, 6 Sek.) von RTTY (Baudot) 45 Baud, shift 170 Hz in einem SSB-Empfänger mit CW-Filter an. Es werden zwei Töne (marc und space) übertragen.

Downlaod des Hellschreiberprogramms für DOS und Hamcomm-Modem:
 

  • Download hier hchell.zip Dateigröße: ca. 86 KByte, Name: hchell.zip
    Dieses Hellschreiber-Programm von LA0BX Rev. 9709 für DOS kommt für Sendung und Empfang nur mit einem HamComm-Simpel-Modem aus. Weitere Informationen in der beiliegenden Beschreibung. Außerdem Literaturhinweise für RTTY und Hellschreiben in Deutsch, Englisch, Norwegisch und Schwedisch u. a..



Links zu Jvax, Hamcomm u.a.:

LINK zur Hamcomm-Seite. Von dort kann die jeweils neueste Shareware-Version vom Hamcomm geladen werden. Die mitgelieferte Dokumentation zum Programm enthält zudem eine detailierte Beschreibung des Hamcomm-Modems und eine Einführung in RTTY und Amtor.
 

LINK zur JvFax-Seite. Von dort können die JvFax-Programme (Fax u. SSTV) für DOS heruntergeladen werden. Außerdem eine Demo-Version für Windows.
 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 16. März 2015 um 11:48 Uhr
 
3. Februar 2017

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