Anschluss von Drahtantennen ohne Antennenanschluss bei AM-Radios mit Ferritantenne Drucken E-Mail
Donnerstag, den 22. Oktober 2015 um 13:43 Uhr

 

Anschluss von Drahtantennen ohne Antennenanschluss bei AM-Radios mit Ferritantenne

Mit dem Wegfall aller deutschen Mittelwellensender zum Jahresende 2015 werden viele Kofferradios und einfache Transistorradios, die keinen Anschluss für eine externe Antenne erlauben, nutzlos. Die eingebaute Ferritantenne reicht für den Fernempfang nicht immer aus.

Andererseits sind viele Frequenzen nicht mehr mehrfach belegt. Selbst weit entfernte Sender geringer Leistung könnten in den Nachtstunden aufgenommen werden, wenn eine bessere Antenne vorhanden wäre.

Zudem nimmt die eingebaute Ferritantenne die Stöhrstrahlung durch in unmittelbarer Nähe befindlicher LED-Lampen, Energiesparlampen, Monitore, Steckernetzteile u.s.w. auf. Eine externe Antenne, die am besten vom Gebäude wegführt, hält von diesem Störnebel Abstand und verbessert das Signal/Rausch-Verhältnis.


Dieser Radiowecker aus den 70er-Jahren hat einen einfachen Mittelwellenempfänger. Ein Antenneneingang fehlt.


Eine Koppelschleife aus wenigen Windungen Draht in der Nähe der Ferritantenne ermöglicht den Anschluss einer Drahtantenne.


Ferritantenne für Mittelwelle in einem Radio. Auf einem Ferritstab befindet sich die Empfangsspule. Sie nimmt die magnetische Komponente der elektromagnetischen Funkwellen auf.

So geht es: Man kann ohne Eingriff in das Gerät eine Drahtantenne anschließen. Dazu habe ich auf die Unterseite des Radios in der Nähe der Ferritantenne ein paar Windungen Draht mit Klebeband befestigt. Ein Anschluss der Wicklung ist mit einer 15 Meter langen Drahtantenne verbunden. Die andere Anschluss ist mit der Heizungserde verbunden. Der Fernempfang gelingt damit in den Abendstunden wunderbar. Wenn das Radio übersteurt, reicht es meistens die Heizungserde abzuklemmen oder Zahl der Windungen zu verringern.


Empfang des Deutschlandfunks auf Mittelwelle mit einem Radiowecker in Schweden gegen 16:00 am 28.10.2015 auf 1422 und 1269 kHz. Unterhalb des Radios ist eine Koppelspule angebracht, die mit der Heizungserde und einem 15 Meter langen Antennendraht in 4 Meter Höhe verbunden ist. Zum Jahresende 2015 stellt der Deutschlandfunk leider seine Aussendungen auf Mittelwelle ein.
 


Empfang des Deutschlandfunks auf 1422 kHz aus über 1000 km Entfernung. Die Teleskopantenne funktioniert nur für die Kurzwellenbänder und UKW. Im Radio eingebaut ist eine Ferritantenne für Mittelwelle.

Das obige Video zeigt den Empfang des Deutschlandfunks auf 1422 kHz aus über 1000 km Entfernung in Schweden mit einem Taschenempfänger. Als Antenne dienen 15 Meter Draht, die über ein paar Windungen um das Radio eingekoppelt sind. Die andere Seite der Windungen ist mit der Heizungserde verbunden. Ohne Antenne wäre kein Empfang möglich. Die Aufnahme geschah am 2. August 2015 kurz vor 21 Uhr.

Dieses Beispiel zeigt, wie einfach die Mittelwelle an Orten ohne Internet oder Mobilfunk zu empfangen ist. Es ist sehr bedauerlich, dass Deutschland gegen Ende 2015 seine Mittelwellensender abschaltet. Damit ist die Programmversorgung nur noch eingeschränkt möglich. Gerade im Katastrophenfall wäre die Mittelwelle eine sinnvolle Informationsquelle.

Wellenjagd auf Mittelwelle: Mit dem Abschalten weiterer Mittelwellensende wird der Fernempfang durch den Wegfall von Störungen und der mehrfachen Belegung der Frequenzen interessant. Mit ein paar Tricks lässt sich die Wellenjagd auch mit einfachen Empfängern betreiben.

Diskussion mit weiteren Tipps: http://www.wumpus-gollum-forum.de/forum/

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 28. Oktober 2015 um 16:03 Uhr
 

3. Februar 2017

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