Wie tausche ich die Batterie einer Armbanduhr aus? Drucken E-Mail
Freitag, den 29. Juli 2016 um 09:19 Uhr

Wie tausche ich die Batterie einer Armbanduhr aus?

Vor zwei oder drei Jahren kaufte ich mir eine nagelneue Quarz-Armbanduhr für etwa drei Euro in einem deutschen Supermarkt. Nun ist sie stehengeblieben. Ich entschloss mich nicht zu einem Neukauf sondern wagte mich daran die Uhr zu öffnen und den Austausch der Batterie selbst zu erledigen. Da es sich nicht um eine 30.000-Euro-Armbanduhr handelt, konnte ich bei meinem "Statussymbol" am Handgelenk nicht so viel an Vermögenswerten vernichten.

Nachfolgend in Bildern die Anleitung für den Austausch der Batterie (Knopfzelle) bei einer Armbanduhr der untersten Preisklasse. Durch das nicht ganz fachmännische Öffnen der Uhr sind Kratzer und Beschädigungen am Gehäuse möglich. Auch ist nicht garantiert, ob sie danach noch wasserdicht ist. Also bitte nur auf eigenes Risiko nachmachen. Bei Billiguhren, die sonst auf den Mülll landen würden, wird dies kein Problem sein. Wer eine 30.000-Euro-Uhr besitzt, hat hoffentlich genügend Geld für den Uhrmachermeister seines Vertrauens übrig.

Die leere Knopfzelle hatte eine Spannung von 1,24 Volt. Eine intakte Batterie muss über 1,5  Volt besitzen. Genauere Auskünfte liefert das Datenblatt des Uhrwerks Epson AL55A, welches in dieser Uhr tickt. Demnach wird die Silberoxid-Knopfzelle SR626SW empfohlen, welche eine Laufzeit von 2 Jahren bieten soll. Das Uhrwerk scheint 2006 entwickelt zu sein und stammt aus chinesischer Fertigung.


Eine Armbanduhr für 3 Euro. Die Schreibweise "Quartz" ist Englisch. Auf Deutsch heißt es "Quarz".


Ich habe sie vor zwei oder drei Jahren gekauft. Jetzt ist ihre Batterie leer.


Der eingepresste Deckel lässt sich mit einer Messerklinge und einem Schraubenzieher entfernen. Gewöhnlich sind in einem Haushalt die Spezialwerkzeuge eines Uhrmachers nicht vorhanden.


Vorne am Deckel ist eine Einkerbung zu sehen, an der die Messerklinge anzusetzen ist.


Der entfernte Deckel.


Die geöffnete Uhr. Der Deckel ist entfernt.


Das Kunststoffteil lässt sich leicht entfernen.


Hier nochmals das Kunststoffteil.


Dieses kurze Video zeigt an einer ähnlichen Uhr, wie man an die Knopfzelle herankommt und sogar das Stäbchen für das Einstellen der Uhr austauscht.


Nach dem Ausbau des Kunststoffteils.


Großaufnahme der Batterie. Sie lässt sich mit einem kleinen Schraubenzieher heraushebeln.


Die Uhr ohne Batterie. Das Uhrwerk stammt aus einer Massenproduktion und ist von den Abmessungen her betrachtet auch für Damenarmbanduhren geeignet.


Großaufnahme des Uhrwerks EPSON AL55A. Es ist von Staub fernzuhalten. Laut Aufdruck hat dieses Quarzuhrwerk keine mit Juwelen gelagerten Teile. Die Stückzahlen und Produktionsbedingungen wären sicherlich interessant zu erfahren. Dieses Uhrwerk kommt in sehr vielen Uhren zum Einsatz.


Die Batterie im Größenvergleich zu einer Schraubenzieherklinge, (die ich hätte vorher reinigen sollen).


Der Aufdruck ist schwer zu erkennen. Die Batterie gab es mal zusammen mit anderen Knopfzellen als Sonderangebot für 1 Euro.

Der Zusammenbau erfolgt in umgehrter Reihenfolge.

Wie repariere ich ein defektes Armband? Dann lässt es sich mit etwas Sekundenkleber und Wäscheklammern meistens wieder kleben.


Sollte sich das Armband gelöst haben ....


lässt es sich oft mit einem Tropfen Sekundenkleber und Wäscheklammern wieder kleben.

Meine Uhr ist nun mein Statussymbol am Handgelenk, da ich bei ihr die Batterie selbst wechseln kann und auch das Armband reparieren kann. Statussymbole zur Unterstreichung des eigenen Egos müssen also nicht unbedingt viel Geld kosten devil.

Ist die Armbanduhr vom Handgelenk verschwunden? Da Menschen, die vom Smartphone abhängig geworden sind, im Schnitt alle sieben Minuten auf ihr Smartphone schauen müssen, um ja keine wichtigen Nachrichten zu verpassen, erfahren sie nebenbei auch die Uhrzeit, die vom Internet synchronisiert ist. Das Leben ist allerdigns schöner, wenn man diesem Zwang nicht ausgesetzt ist. Dann ist es bequemer eine Armbanduhr zu besitzen. Am besten ist es, wenn die Uhrzeit keine Rolle spielt.

Historische Filme über die Herstellung von Uhren:


What Makes a Fine Watch? aus dem Jahr 1947 über die Herstellung von Armbanduhren. Ein Industriefilm des amerikanischen Uhrenherstellers Hamilton.
 


How a watch works? aus dem Jahr 1949.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 29. Juli 2016 um 17:51 Uhr
 

3. Februar 2017

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