| ATX-PC-Netzteile für stabile 13,8 Volt umbauen |
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| Samstag, den 07. April 2012 um 15:32 Uhr |
ATX-PC-Netzteile für stabile 13,8 bis 14,2 Volt umbauenNachdem ich einige AT-Netzteile auf stabilisierte 13,8 Volt umgebaut hatte, habe ich nun ein ATX-Netzteil nach der gleichen Methode umgebaut. Mein Exemplar liefert wie gewünscht 14 Volt bei maximal 18 Ampere. Der Spannungsabfall zwischen Leerlauf und Volllast beträgt weniger als 100 mV. Dieses Netzteil wird erfolgreich für die Stromversorgung eines Amateurfunk-Kurzwellen-Transceivers betrieben, da kein Rauschen festzustellen ist. Selbstverständlich können mit diesem Netzteil zum Beispiel auch Autobatterien aufgeladen werden. Mein Exemplar ist zudem kurzschlussfest. Leider sind dies aber nicht alle Schaltnetzteile. Abgrenzung zum Umbau von AT-Netzteilen: AT-Netzteile Sie sind älterer Bauart und besitzen einen Netzschalter, der über Kabel zur PC-Front geführt werden kann. Außerdem besitzen sie kein grünes Kabel. Unter Umbau PC-Schaltnetzteile für stabile 13,8 Volt ist deren Umbau beschrieben, welcher nach dem gleichem Prinzip erfolgt.
Sicherheits- und Warnhinweise: In PC-Schaltnetzteilen herrschen hohe Spannungen und Ströme, die tödlich sein können oder einen Brand hervorrufen können. Der Umbau ist deshalb nur Fachleuten vorbehalten, welche die Gefahren erkennen können und wissen, was sie tun. Jede Haftung und Gewährleistung ist ausgeschlossen. Auch Stunden nach dem Abschalten eines PC-Schaltnetzteiles können die Sieb-Elkos des Primärkreises mit mehreren 100 Volt aufgeladen sein. Sie sollten mit einer 230-Volt-Glühlampe entladen werden.
Das Grundprinzip des Umbaus: Die meisten ATX- oder AT-Netzteile für PCs sind mehr oder weniger ähnlich aufgebaut. Sie enthalten oft dieselben ICs. Die Einhaltung der Normen, das genormte Gehäuse und der hohe Kostendruck bei sehr hohen Stückzahlen haben bereits zu einer Schaltungsoptimierung geführt, welche den Entwicklern wenig zusätzlichen Spielraum ermöglichen. Deshalb wird meine Umbauanleitung auch bei den meisten anderen ATX-Netzteilen funktionieren. AT- und ATX-PC-Netzteile liefern neben vielen anderen Spannungen +12 Volt und +5 Volt, wobei im Prinzip nur die +5 Volt stabilisiert sind (streng genommen sind +12 Volt mitgeregelt). Um die +12 Volt auf 13,8 oder 14,2 Volt heraufzusetzen, können wir die +5 Volt abklemmen und verwenden nur den Eingang des Regelspannungsverstärkers, welcher die 5 Volt misst, um über einen Spannungsteiler die 12 (bzw. 13,8 oder 14,2) Volt zu stabilisieren. Der Spannungsteiler teilt also die 13,8 Volt auf 5 Volt, welche dem Regelspannungsverstärkers zugeführt werden. Dadurch ist der +12 Volt-Ausgang stabilisiert. Weitere Tipps zu Schaltnetzteil-Umbauten sind unter http://www.mydarc.de/dl7iab/ von DL7IAB beschrieben. Ihm habe ich es zu verdanken, mich auch mit diesem Thema zu beschäftigen.
Schutz vor Überspannung: Bei meinem ATX-Netzteil sorgt zudem eine Schutzschaltung dafür, dass der +12-Volt-Ausgang nicht mehr als 14,2 Volt liefern kann, was durch einen Defekt des Spannungsteilers passieren könnte. Ist der Spannungsteiler also für eine Spannung größer als +14,2 Volt bemessen, schaltet das Netzteil ab. Schutz vor Überstrom: Mein ATX-Netzteil kann an seinem +12-Volt-Ausgang nicht mehr Strom liefern als aufdruckt beschrieben steht. Bei meinem Exemplar zeigt der Aufdruck 18 Ampere für +12 Volt. Bei einem Strom über 18 Ampere schaltet das Netzteil sofort ab und muss nach ein paar Sekunden wieder neu gestartet werden. Leider ist diese Sicherheit nicht bei allen ATX-Schaltnetzteilen eingebaut.
Maximalen Ausgangsstrom erhöhen: Für die Überstromabschaltung sorgt in einigen Schaltnetzteilen ein Widerstand als Stromfühler, der wie eine Drahtbrücke aussieht. Dieser Widerstand kann durch Parallelschaltung anderer Widerstände reduziert werden, um 10 bis 20% mehr Stromstärke zu erzielen. Gemacht habe ich es noch nicht. Einen Erfahrungsbericht werde ich nachreichen. Mit einer Überlastung ist nicht zu rechnen, da die Spannungen 3,3 Volt und 5 Volt nicht genutzt werden. Leider hat mein Exemplar, das ich umgebaut habe, nicht solche leicht erkennbaren Widerstände. Ohne Schaltbild wird es dann schwierig den entsprechenden Widerstand zu finden und zu verändern. Wie erkenne ich ein ATX-Netzteil? Im Gegensatz zum AT-Netzteil besitzt ein ATX-Netzteil ein grünes Kabel (PS_ON), welches mit Masse zu verbinden ist, damit es starten und funktionieren kann.
Wie teste ich ein ATX-Netzteil? Das grüne Kabel ist mit Masse zu verbinden. Falls ein braunes Kabel vorhanden ist, ist dies mit einem orangenem zu verbinden. 5 Volt (rotes Kabel) und 12 Volt (gelbes Kabel) brauchen eine Last, damit das Netzteil laufen kann. Dazu können 12-Volt-Bremslicht-Glühbirnen dienen. Gegebenenfalls sind die 3,3 Volt (orange) mit einer Glühbirne zu betreiben.
Der Umbau und der Einbau des Spannungsteilers: Alle Kabel des dicken Kabelbaums sind bis auf ein paar Stummel für die Farbmarkierung abzuknipsen. Die Lötinsel für +5 Volt ist so von der übrigen Schaltung durch Durchtrennen von Leiterbahnen zu isolieren, so dass sie nur noch vom Regelspannungseingang für die 5-Volt-Spannungsstabilisieurng verbunden ist. Es handelt sich dabei um eine lange, dünne Leiterbahn. das grüne Kabel ist mit Masse (schwarz) zu verbinden. Falls vorhanden, ist das braune mit dem orangenen Kabel (3,3 Volt) zu verbinden.
Nun muss noch der Spannungsteiler eingebaut werden. Zwischen +12 Volt (gelb) und der abgetrennten 5-Volt-Insel kommt ein 36-Ohm-Widerstand (genannt R1). Zwischen der 5-Volt-Insel und der Masse kommt 18-Ohm-Widerstand (genannt R2), wie es in der Zeichnung eingetragen ist. Alternativ kann für R1 100 Ohm gewählt werden und für R2 50 Ohm. So habe ich es in meinem Fall gemacht. Da die Ausgangsspannung etwas zu hoch war, wurde R1 (100 Ohm) ein 2200-Ohm-Widerstand parallel geschaltet. Je niedriger nämlich R1 im Verhältnis zu R2 ist, desto niedriger ist die Ausgangsspannung. R2 wurde durch zwei parallel geschaltetet 50-Ohm-Widerstände realisiert. Für mehr mehr als 14,2 Volt darf der Spannungsteiler nicht ausgelegt sein, da sonst der Überspannungsschutz anspricht und das Netzteil abschaltet.
An die Front des Gehäuses kommt noch ein zweipoliger Netzschalter, eine Kontroll-Lampe (oder LED mit Vorwiderstand von 10 kOhm) und die beiden Bananenbuchsen für die Ausgangsspannung. Alles weitere kann den Fotos entnommen werden.
Aufkleber entfernen: Wer sie aus optischen Gründen entfernen will, verwendet dafür am besten Petroleum, Grillanzünderflüssigkeit, Lampenöl oder Kriechöl, um den Leim aufzuweichen, der mit einem Stück Holz abgeschabt wird. Holz nimmt manm weil es den Lack nicht zerkratzt. Anschließend wird mit Glasreiniger gereinigt. Beschriftungen mit Filzstift können mit Spiritus entfernt werden. Spiritus kann allerdings den Lack angreifen.
Netzdrossel (PFC-Drossel) anschließen: Vor dem Einschalten ist unbedingt darauf zu achten, dass auch die dicke Netzdrossel (PFC-Drossel), welche bei meinem Exemplar seitlich am Deckel geschraubt ist, angeschlossen ist. Dies hatte ich vergessen. Die Schmelzsicherung brannte deshalb beim Einschalten mit einen Blitz durch. Danach hatte das Netzteil eingangsseitig einen Kurzschluss. Dafür war eine der vier Gleichrichter-Dioden des Brückengleichrichters verantwortlich, welche in beiden Richtungen einen Kurzschluss hatte. Als Ersatz eignet sich eine 1N5008.
Schutzleiter und Entstörung: Das Netzteil muss an einem Schutzleiter betrieben werden. Die Masse der Leiterplatte ist leitend mit dem Gehäuse zu verschrauben. Eventueller Lack ist an den entsprechenden Stellen zu entfernen. Ohne Masseverbindungen und dem Schutzleiter stört das Netzteil den Rundfunkempfang durch einen Rauschteppich. Zusätzlich kann zur Entstörung eingangsseitig ein Netzfilter eingebaut werden. Dies war in meinem Fall nicht notwendig, um das Netzteil an einem Kurzwellen-Transceiver betreiben zu können.
Die Frontplatte: Ich habe sie in diesem Fall aus einem Stück Alublech angefertigt. In anderen Fällen habe ich Leiterplatten-Basismaterial aus Epoxid verwendet. Tipps zum Bohren der Frontplatte: Alle Löcher mit 3 mm vorbohren, das Alublech auf die Front schrauben, Deckel befestigen. Mit einem Bohrer bohren, der 0,5 mm kleiner als das Endmaß ist, dann mit dem Bohrer für den gewünschten Durchmesser mit viel Schmieröl bohren und geringen Vorschub verwenden. So werden die Löcher schön rund. Die viereckige Aussparung mit der Reißnadel anzeichnen, körnen, Loch bohren und nach dem Entfernen des Alublechs den Durchbruch mit etwas Übermaß ausfeilen.
Der Lüfter: Der Lüfter ist vor dem Bohren und Feilen des Gehäuses auszubauen, da das Lüfterlager durch die Vibrationen der Metallverarbeitung beschädigt werden kann, was mir passiert ist.
Mein Exemplar hat eine temperaturabhängige Drehzahlreduzierung, wodurch im normalen Betrieb an einem Transceiver der Lüfter nur ganz leise vor sich hinrauscht. Erfahrungsbericht mit einem ATX-Netzteil eines anderen Herstellers: Nun hatte ich ein weiteres ATX-Schaltnetzteil umgebaut. Es stammt aus dem Jahre 2002 und schafft laut Aufdruck 300 Watt. Mechanisch ist es sehr solide verarbeitet und war auch mal Testsieger in einer PC-Zeitschrift. Die Elkos sahen übrigens äußerlich noch intakt aus (keine aufgewölbten Deckel).
Weiterführende Links: - Schaltbilder von ATX-Netzteilen
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| Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 21. April 2012 um 17:10 Uhr |
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3. Dezember 2012
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Volker, SM5ZBS