Besserer Empfang für DVB-T-USB-Sticks Drucken E-Mail
Montag, den 21. September 2015 um 14:13 Uhr

 

Besserer Empfang für DVB-T-USB-Sticks

Kostengünstige DVB-T-Sticks für den USB-Port, die eigentlich für den Empfang von DVB-T und DAB+ entwickelt wurden, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit für den Einsatz als Scanner von wenigen kHz bis weit über 1,5 GHz. Allerdings sind die Empfangsergebnisse nicht immer berauschend, sondern eher verrauscht.  Doch dagegen lässt sich was unternehmen.

Grundsätzliches zu DVB-T-Sticks habe ich bereits unter DVB-T-USB-Sticks als Scanner und Spectrum Analyzer von 9 kHz bis über 1 GHz beschrieben.


Auch aus solchen älteren DVB-T-Sticks mit einem FC0013 als Tuner lässt sich noch eine Menge an Empfangsleistung herausholen.


Der geöffnete Tuner ist auf einem Holzbrettchen befestigt, um Experimente einfacher vornehmen zu können.

Gerne werden die DVB-T-Sticks als Scanner für Frequenzen über 30 MHz eingesetzt. Es gibt mehrere Möglichkeiten den Empfang über 30 MHz zu verbessern Eine Kombination von allen Maßnahmen liefert den besten Effekt:

1. Einsatz von geeigneten Antennen: Hier eignet sich eine breitbandige Rundstrahlantenne (Discone https://de.wikipedia.org/wiki/Discone-Antenne ), die man sich selber bauen kann und nicht viel Platz verbraucht. Bauanleitungen entdeckt man genug im Internet. Die DVB-T-Sticks haben Eingangsimpedanzen von 50 bis 75 Ohm. Konstruktionen für 50 Ohm funktionieren gut. Selbstverständlich reichen für erste Versuche auch ein Stück Draht oder ein gestreckter Halbwellendipol. Die den Sticks mitgelieferte Stummelantenne ist in meinen Augen allerdings ein Witz. Einzig zu gebrauchen ist das Anschlusskabel mit seinem Stecker, um sich einen Adapter zu bauen.

2. Eingangsfilter verwenden: Oft stopfen die starken UKW-Rundfunksender den DVB-T-Stick zu. Mit einem entsprechenden Filter (Bandsperre) lässt sich der UKW-Bereich von 88 - 108 MHz wirkungsvoll um 30 dB unterdrücken. Das nachfolgende Video zeigt ein Beispiel.


Dieses Video auf Englisch zeigt, wie eine Bandsperre für das UKW-Rundfunkband den Empfang schwacher Sationen verbessern kann.

Oder man baut sich ein Filter, dass nur einen gezielten Bereich durchlässt (Bandpass). Das nachfolgende Video zeigt ein Bandpass, dass sich für UKW einstellen lässt, um z.B das 2m-Amateurfunkband besser empfangen zu können. Im Internet findet man jede Menge Beispiele, wie man solche Filter baut oder man kauft sich fertig aufgebaute.


Hier zeigt ein Video den Aufbau von Bandfiltern. Allerdings ist dieses Exemplar auch für Sendeleistungen einer Handfunke ausgelegt. Wer nur empfängt, braucht nicht so spannungsfest aufzbauen.


Mein selbst gebauter Bandpass für das UKW-Rundfunkband ist unter UKW-Vorverstärker mit Bandfilter und MMIC beschrieben.

3. Rauscharme Vorverstärker verwenden: Dazu eigenen sich MMICs, welche üblicherweise schon die passende Eingangs- und Ausgangsimpedanz von 50 Ohm. Ich selbst hatte bereits einige Experimente mit einem Gali5+ vorgenommen (Datenblatt hier).


MMICs sind zwar Winzlinge im SMD-Gehäuse. Dennoch lassen sie sich in der Manhattan-Style-Technik noch gut löten.

Dabei hatte ich noch zusätzlich einen Bandpass von 88 bis 108 MHz eingesetzt. Der Effekt war verblüffend. Die UKW-Stationen kamen nun im Keller mit einem Meter Draht als Antenne rauschfrei und sauber rein. Ohne den MMIC Gali5+ waren nur wenige Stationen mit einem Halbwellendipol brauchbar zu empfangen.


Ein Vorverstärker mit einem MMIC kommt mit wenigen Bauteilen aus. Nachteilig ist der hohe Stromverbrauch. Dieser hier benötigt 45 mA bei 11 Volt und ist unter Ein UKW-Vorverstärker mit einem MMIC beschrieben.

Mehr zu meinem Experimenten mit MMICs ist unter Ein UKW-Vorverstärker mit einem MMIC und UKW-Vorverstärker mit Bandfilter und MMIC unter beschrieben. In diesen Links sind auch die Schaltungen beschrieben.

Es gehen natürlich auch andere rauscharme MMICs. Beliebt ist auch der SPF5043Z. Unter http://www.g4ddk.com/SPFAMP.pdf gibt es eine Bauanleitung mit diesem für einen Vorverstärker.


Hier habe ich von links nach rechts ein UKW-Bandpass, ein MMIC und einen älteren DVB-T-Stick zusammengeschaltet. Die Empfangsleistung war deutlich besser. Als Antenne diente ein Meter Draht, den ich im Keller verwendete. Bei dieser Antennenlage war der Bandpass bei mir nicht notwendig, weil ich keine starken TV-Sender in de Nähe habe.


Rauschfreier Empfang eines UKW-Rundfunksenders dank des vorgeschalteten MMIC. Zum  Einsatz kommt das Programm SDR# (SDRSharp).


Als Programm verwende ich gerne SDRSharp, weil es eine aufgeräumte Oberfläche hat, die die Bedienung einfach hält. SDRSharp kann verschiedene Modulationsarten dekodieren und ist praktisch zu bedienen. Unter Frequenzgang mit einem DVB-T-Stick bestimmen habe ich die zum Teil tückische Installation beschrieben. Dort steht auch der Link zum Herunterladen. Das Programm ist kostenlos.

4. Einsatz verbesserter DVB-T-Sticks: DVB-T-USB-Sticks mit dem Aufdruck 820T2 kommen in einem blauen Gehäuse daher und sollen deutlich besser (nach grober Schätzung etwa 6 dB S/N-Ratio) sein als die älteren Versionen, welche z.B. einen FC0013 als Tuner besitzen. Die blauen Sticks lassen sich zum Beispiel unter SDRSharp mit den gleichen Treibern betreiben, welche auch für die älteren Sticks funktionieren. Die Sticks mit dem 820T2 gibt es in der Bucht für unter 10 Euro aus China.


Verbesserte Empfangseigenschaften bieten DVB-T-Sticks mit dem Tuner 820T2, welche in der Bucht bereits für unter 10 Euro angeboten werden, wenn man die wochenlange Lieferzeit aus China erduldet. Es reicht nach "820T2" zu suchen und schon erscheinen die blauen Sticks.

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 21. September 2015 um 15:51 Uhr
 
3. Februar 2017

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