Welche Möglichkeiten bieten moderne Smart-TV-Flachbild-Fernseher? Drucken E-Mail
Dienstag, den 22. November 2016 um 14:08 Uhr

Welche Möglichkeiten bieten moderne Smart-TV-Flachbild-Fernseher?

Unser Röhrenfernseher erledigt seit 15 Jahren klaglos seinen Dienst. Als wir einen baugleichen Typ auf dem Flohmarkt für umgerechnet 4 Euro Verhandlungsbasis entdeckten, dämmerte es uns, dass wir vielleicht mal so langsam an die vielfältigen Möglichkeiten eines modernen Fernsehers denken sollten. Was ich nachfolgend berichte, trifft im Prinzip für die meisten modernen Flachbildfernseher der Mittelklasse zu.

Besonders auf Druck meiner Frau machte ich mich dann an einem Wochenende zusammen mit ihr auf den Weg in die nächst größere Stadt, die zum Glück nur 40 km entfernt liegt (für Schweden ist das um die Ecke). Dort angekommen, fuhren wir dann zu einem bekannten Discounter mit seinem überwältigenden Angebot an Fernsehern. Ich glaube es liefen in der Verkaufshalle mindestens an die 200 Fernseher zur gleichen Zeit. Viele davon imponierten mit einer Größe von mehreren Quadratmetern und einer überwältigenden Bildqualität. Vor fünf Jahren war ich das letzte Mal in so einem Laden. Seitdem hat sich die Technik wesentlich verbessert. Leider fehlt es an Bildquellen, die auch diese hochauflösende Kinoqualität liefern können. Ich fragte den Verkäufer, ob es Fernseher mit besonders interessanter Programmauswahl gäbe. Er wusste darauf keine so rechte Antwort. Offenbar hatte er meinen Scherz nicht verstanden. Aber solche Fernseher gibt in gewisser Hinsicht tatsächlich.


Der Sony Bravia 40WD65x mit etwa einem Meter Diagonale hat uns wegen seiner guten Bildqualität überzeugt, die hier auf dem Foto nicht zur Geltung kommt.

Ein 40-Zoll-Gerät reicht uns: Da unser Wohnzimmer nicht so groß ist und wir auch nicht pausenlos vor dem Fernseher sitzen wollen, haben wir uns für einen 40 Zöller entschieden, was einer Bildschirmdiagonale von etwa einem Meter entspricht. Unter den etwa 15 Exemplaren in dieser Größe ragte einer mit seiner auffallend guten Bildqualität heraus, den wir dann auch kauften. Als ehemaliger Kameramann bin ich in Fragen der Bildqualität überempfindlich. Zudem stimmte der Preis. Unsere Wahl fiel auf ein Sony Bravia 40WD653, was mir anfangs nicht viel sagte.

Ein Blick auf die Rückseite des Gerätes gab mir eine ungefähre Ahnung, was man abgesehen vom normalen Fernsehen, das in Schweden eher durch seichte Kost auffällt, mit diesem Fernseher noch alles anstellen kann. Auf der Rückseite entdeckte ich neben dem veralteten SCART-Anschluss noch zwei Buchsen für HDMI und zwei für USB, eine Audio-Klinkenbuchse, eine Antennenbuchse und eine LAN-Buchse, womit ich dann zufrieden war. Diese Anschlüsse haben übrigens die meisten Flachbildfernseher.

Als wir dann das 11 kg schwere Paket an der Abholstelle entgegennahmen, war ich hocherfreut über die Aufschrift "Youtube". Offenbar lässt sich damit Youtube direkt empfangen, was ja ganz praktisch sein kann, da diese Internet-Plattform so unglaublich viele Dokumentarfilme und ältere Spielfilme parat hält.

Erst nach dem Kauf im Internet recherchiert: Daheim angekommen, entschloss ich mich nicht, wie man es vielleicht vermuten könnte, den Fernseher auszupacken. Viel eher interessierte mich, was die anderen von dem Fernseher hielten. Mit der genauen Bezeichnung konnte ich nun die Rezensionen im Web studieren, was mich beruhigte. Es war wohl kein Fehlgriff. Alle waren von der Bildqualität begeistert. Einziger Minuspunkt sei der Bedienungskomfort. Nun, das kann ja noch spannend werden.  Aber es war nur eine Frage der Gewöhnung. Die Bedienung ist praktisch.

Die Montage und die Kabelverbindungen: Der Aufbau war relativ einfach. Der Fuß war mit 4 Kreuzschlitzschrauben schnell montiert. Der Anschluss der Kabel ging relativ schnell. Obwohl sich der Fernseher auch über WLAN mit dem Internet verbinden lässt, gab ich dem LAN-Kabel, das schon vorhanden war, aus Gründen der Zuverlässigkeit den Vorzug. Dann habe ich noch mit dem Antennenkabel eine Verbindung zur Dachantenne hersgestellt. Der Kopfhörerausgang versorgt eine alte Stereoanlage, weil die eingebauten Lautsprecher auf Grund des geringen Platzangebots die Bässe nur schlecht wiedergeben können.

Das Netzteil ist übrigens separat und kommt mit wenigen Watt aus. Ein LED-Fernseher benötigt nicht viel Strom. Nach dem Aufbau suchte ich verzweifelt die Fernbedienung und ich war schon nahe daran den Verkäufer anzurufen. Zum Glück fand ich das unentbehrliche Teil zu meiner großen Erleichterung unter einer Styroporverpackung. Die Batterien waren mitgeliefert.


Auf der Rückseite sind die Anschlüsse wie im Text beschrieben zu erkennen. Ein USB-Stick als Videoquelle steckt bereits. Von links nach rechts sind folgende Kabel zu erkennen: hellgraues Netzwerkkabel, weißes Antennenkabel, Stromversorung, Audiokabel

Firmware-Update: Beim ersten Einschalten gab ich der Firmware die Erlaubnis ein Software-Update herunterzuladen, was problemlos funktionierte. Der Hersteller will sicher mehr über meine Sehgewohnheiten und meine Vorlieben im Netz wissen. Ich gehe davon aus, dass er die Gelegenheit ergreift, mehr über den Zuschauer zu erfahren, wenn der Fernseher über das LAN-Kabel mit dem Internet verbunden bin. Die neueste Firmware ist auch über die Seite des Herstellers, also Sony, erhältlich. Sie wird mit einem USB-Stick installiert.

Terrestrischer Empfang: Die 6 oder 7 terrestischen Programme, die wir hier in Schweden alle ausnahmslos nur digital (DVB-T) empfangen können, waren schnell durch den automatischen Suchlauf gefunden. Zwei davon strahlen sogar in HD-Qualität aus. Die Bildqualität hatte mich sogleich beeindruckt, wenn sie von hochwertigen Studiokameras bei perfekter Ausleuchtung stammte. In den Fernseher lässt sich noch eine Karte einstecken, um die zahlreichen kodierten Programme gegen Geld empfangen zu können. Aber das interessiert uns nicht.


Das zentrale Auswahl-Menü:

Youtube und andere Dienste aus dem Web: Mit dem Fernseher lässt sich Youtube über das Internet erreichen. Die Filme laufen ruckelfrei in der Qualität, die vorhanden ist. Sind die Videos in HD, ist die Bildqualität auch sehr gut. Es gibt noch andere Dienste, die der Fernseher als Apps anbietet. Allerdings ist das Angebot uninteressant für uns. Netflix geht anscheinend übrigens auch, aber dazu muss man zahlen. Die Bedienung geht über die Fernbedienung recht flott. Übrigens ist unser Internetanschluss mit 5,5 MBit/sec relativ langsam. Trotzdem ruckelt selbst bei HD-Youtube-Videos nichts. Youtube hat ein riesiges Angebot alter Spielfilme und der neuesten TV-Dokumentarfilme in verschiedenen Sprachen, weshalb eine Satellitenanlage für uns nicht interessant ist.

Durch den begrenzten Internetzugang auf Grund der eingeschränkten Browser-Funktionalität handelt es sich nicht um ein echten Smart-TV-Fernseher. Das macht aber nichts, da man über ein HDMI-Kabel den Fernseher immer noch mit einem PC oder einem Tablet-PC verbinden kann.

Stereoanlage empfehlenswert: Das Gehäuse des Fernsehers ist so flach, dass vernünftige Lautsprecher kaum unterzubringen sind. Deshalb ist der Anschluss einer Stereoanlage an den Kopfhörerausgang eine gute Idee. Der Klang ist voller und der Stereoeffekt kommt deutlich zur Geltung. Die Lautstärke lässt sich über die Fernbedienung des Fernsehers einstellen.

Smartphone-Verbindung klappte nicht: Der Verkäufer versprach mir, dass man einen Screendump seines Smartphones vie WLAN auf dem Fernseher abbilden kann. Das gelang mir leider nicht. In der Bedienungsanleitung konnte ich dann entnehmen, dass man dazu ein Smartphone von Sony benötigt.

Fernseher als Videorecorder: An den Fernseher lässt sich eine USB-Festplatte anschließen, die mindestens 32 GByte groß sein muss. Mit ihr lassen sich Filme über eine Timerfunktion aufzeichnen und dann abspielen, wann immer man Lust dazu hat. Leider sind die Filme mit Absicht in einem exotischen Format abgespeichert beziehungsweise verschlüsselt, so dass die Aufzeichnungen nur vom gleichen Fernseher betrachtet werden können. Selbst an einem anderen Fernseher gleichen Typs funktioniert es nicht. Urheberrechtliche Gründe spielen dafür eine Rolle. Die Festplatte wird beim ersten Mal formatiert, so dass sämtliche bereits vorhandene Daten auf der Festplatte verschwinden.


Hinter dem Fernseher verbirgt sich die fast unhörbare USB-Festplatte für die Programmaufzeichnung.

Die Festplatte schaltet sich mit dem Fernseher automatisch an und aus. Man beachte, dass während der Aufzeichnung ein anderes Programm nicht empfangbar ist, da der  Fernseher nur einen Tuner besitzt. Es geht also nicht das 1. Programm aufzuzeichnen und gleichzeitig das 2. Programm zu betrachten. Es besteht aber die Möglichkeit während der Aufzeichnung dasselbe Programm zeitversetzt zu betrachten.

Die Programmauswahl für das Aufzeichnen erfolgt ganz einfach in der Programmvorschau, die sich der Fernseher über die TV-Kanäle holt.

Auf die Festplatte können noch zusätzlich nicht verschlüsselte Filme ihren Platz finden, die sich vom Fernseher abspielen lassen. Zum Aufspielen der Filme muss die Festplatte allerdings über das USB-Kabel mit einem Rechner verbunden sein. Ich habe es mit Windows und Lubuntu ausprobiert.

Externe Videos abspielen: Das geht über mehrere Wege. Zum Beispiel steckt man einfach hinten einen USB-Stick mit Filmen ein. Der Fernseher kann fast alle gängigen Videoformate verarbeiten. Oder man verbindet den Fernseher über ein HDMI-Kabel mit einem Tablet-PC oder einem Notebook. Der Fernseher erkennt auch PCs im eigenen Netzwerk, wenn auf ihnen ein DLNA-Server installiert ist, was im nächsten Abschnitt beschrieben ist.


Das Programm Serviio dient auf dem PC als DLNA-Server und erlaubt dem Fernseher den Zugriff auf Video-Dateien über WLAN oder das LAN-Kabel.


Unter "Profile" lassen sich die für die Fernseher optimierten Profile aufrufen. Nach Ablauf der Testphase von 14 Tagen schaltet sich die Software unmerklich in die kostenlose Version um. Alle hier beschriebenen Funktionen waren danach noch weiterhin vorhanden.

 


Auswahl der Filme, welche im Heim-Netzwerk auf einem Windows-PC gespeichert sind.

Videos von den PCs des eigenen Netzwerks mit DLNA abspielen: Dazu muss auf dem betreffenden PC ein DLNA-Server als Software installiert sein. Angeblich soll dies mit dem Windows Media Player gelingen. Anleitungen gibt es im Internet. Bei mir hat es aber nicht funktioniert. Ich probierte dann die Software Serviio aus, die auf Anhieb funktionierte.

http://www.videohelp.com/software/Serviio/old-versions
http://serviio.org/download

Der Fernseher wurde automatisch von Serviio erkannt und ich musste nur noch den Ordner mit den Videos in Serviio anmelden. Danach hatte ich vom Fernseher aus Zugriff auf meine in einem anderen PC gespeicherten Videos. In der Bedienungsanleitung des Fernsehers stand nichts von dieser Vorgehensweise. Unter

http://heavy.com/tech/2016/01/top-5-best-home-media-server-softwares/

sind weitere Streaming-Server vorgestellt. Zudem gibt es für Android im Google Play Store eine Reihe von DLNA-Server als App, die aus einem Smartphone oder Tablet-PC einen DLNA-Server machen. Zu nennen wäre z.B. BubbleUpnP.

TV-Programme mit Serviio streamen: Da ich noch zu faul bin eine Satellitenanlage zu montieren, habe ich mich entschlossen einige Programme aus dem Internet zu streamen. Leider sind einige der Streaming-Adressen für das Ausland gesperrt. Diese Streamig-Adressen werden im Windows-Programm Serviio unter Library > Online Sources eingetragen. Folgende Streaming-Adressen funktionierten im November 2016 bei mir in Schweden:

Das Erste: http://daserste_live-lh.akamaihd.net/i/daserste_int@91203/index_1216_av-b.m3u8
oder http://daserste_live-lh.akamaihd.net/i/daserste_int@91203/index_2692_av-b.m3u8 (960 x 450)

Leider sendet Das Erste aus rechtlichen Gründen nicht alle Sendungen über das Internet aus.

Deutsche Welle TV: http://www.metafilegenerator.de/DWelle/tv/ios/master.m3u8
ORF I: http://185.85.29.16/orf1/q4a.sdp/playlist.m3u8
ORF II: http://185.85.29.16/orf2/q4a.sdp/playlist.m3u8
ORF III: http://185.85.29.16/orf3/q4a.sdp/playlist.m3u8

Die Streams können vorab mit dem kostenlosen Programm VLC von Videolan gestestet werden. Weitere aktuelle Streams habe ich unter

https://wiki.ubuntuusers.de/Internet-TV/Stationen/ und
https://www.ifun.de/rio-2016-die-zusaetzlichen-stream-adressen-von-ard-und-zdf-95914/

gefunden. Weitere TV-Streams lassen sich mit den Stichworten m3u8, stream, iptv und tv finden. Viele TV-Streams funktionieren im Ausland auf Grund von Geo-Blocking nicht. Eine VPN-Verbindung könnte Abhilfe leisten.


Streaming von TV-Programmen mit dem DLNA-Server Serviio. Ich kann jetzt in Schweden Fernsehen aus Österreich betrachten. Leider sind viele deutsche Programme für das Ausland gesperrt.

Im praktischen Betrieb muss man leider manchmal einige Minuten warten, bis der Livestream auf dem Bildschirm des Fernsehers erscheint. Der Fernseher kann sich manchmal aufhängen und muss dann vor dem Neustart einige Minuten vom Stromnetz genommen werden. Beim Streamen wird mein alter AMD Athlon Dual Core mit 2 x 2,71 GHz kaum belastet. Die CPU-Auslastung beträgt in den Spitzen maximal 10%.

Über HDMI Videos mit dem Tablet-PC oder einem PC auf dem Fernseher betrachten: Mein Tablet-PC hat wie viele Notebooks auch einen HDMI-Ausgang, welcher die hochauflösende Darstellung von Bild und Ton auf dem Fernseher ermöglicht. Für die Verbindung kommt bei mir ein fünf Meter langes HDMI-Kabel mit einem HDMI-Mini-Stecker und einem normalen HDMI-Stecker zu Einsatz. Manchmal findet der Fernseher das HDMI-Signal des Tablet-PCs nicht auf Anhieb. Das Tablet-PC muss dann bei laufendem Fernseher und angeschlossem Kabel neu gestartet werden. Die Bildqualität ist gut. Hochauflösende Full-HD-Videos ruckeln, weil mein drei Jahre altes Tablet-PC zu langsam ist.

Wie sich die Mediatheken der verschiedenen Programmanbieter verhalten, lässt sich nicht allgemeingültig beschreiben. ARD, ZDF, 3Sat, ARTE und viele andere Programmanbieter bieten im App-Store von Google ihre Mediatheken als Apps an. Bei mir läuft die Mediathek des schwedischen SVTPlay einwandfrei.

Mit dem Programm VLC lassen sich viele Video-Formate abspielen. VLC als Android-App kann auch auf Videos zugreifen, die sich auf anderen Rechnern innerhalb des eigenen Netzwerks befinden.

Ich empfehle das drahtlose WLAN nach Möglichkeit zu vermeiden, da es im Gegensatz zu einer LAN-Verkabelung zu störanfällig ist. Es ist ärgerlich, wenn der Film plötzlich abbricht, weil der Nachbar gerade den benutzten WLAN-Kanal stört.

Das Android-App "Wifi Display": Dieses kostenlose App aus dem Google Play Store ermöglicht das, was man auf dem Schirm seines Android-Tablet-PCs oder seines Smartphone sieht, auf den DLNA-fähigen Fernseher darzustellen. Wifi Display überträgt Bild und Ton des Smartphones oder Tablet-PCs auf den Fernseher. Dies macht das HDMI-Kabel entbehrlich.


Nach einer Woche herrscht immer noch Kabalsalat vor. Auf der Lautsprecherbox liegt zum Laden das Tablet-PC, das über ein fünf Meter langes HDMI-Kabel mit dem Fernseher verbunden ist. Rechts im Bild eine über 20 Jahre alte Stereoanlage, die für ein Klangerlebnis fast wie im Kino sorgt. Die Lautsprecher sind jeweils etwa in einem Meter Abstand links und rechts des Fernsehers angeordnet. Auf dem Boden liegend ist das kleine Netzteil des  Fernsehers zu sehen.


Einige Tage später hatte ich mich dann zu einer Aufräumaktion durchgerungen. Die Steckerleiste mit dem Schalter ermöglicht das vollständige Abschalten der gesamten Anlage.

 

Videos von SVTPlay downloaden: Da es doch für einige wenige Leser interessant sein kann, befindet sich die Anleitung dazu hier als PDF-Datei. Falls es wegen Geoblocking aus dem schwedischen Ausland nicht klappen solte, ist eine VPN-Verbindung zu verwenden.

Download von Youtube-Videos: Falls es das Urheberrecht gestattet, lassen sich Youtube-Videos unter Firefox z.B. mit den Add-ons "Easy Youtube Downloader Express" oder "Video Downloader professional" herunterladen. Letzeres ermmöglicht den Download in HD-Qualität. Filme auf der Festplatte lassen sich dann über einen USB-Stick, einer angeschlossenen USB-Festplatte oder über einen DLNA-Server, wie der hier beschriebene Serviio,  auf dem Flachbildfernseher betrachten.

DLNA-fähige Router: Die meisten Router bieten die Möglichkeit über die USB-Schnittstelle einen USB-Stick oder eine USB-Festplatte anzuschließen. Ist der Router zudem noch DLNA-fähig, kann der  ebenfalls DLNA-fähige Fernseher direkt auf das USB-Speichermedium (Festplatte oder USB-Stick), welches mit dem Router verbunden ist, zugreifen. Fernseher und Router müssen sich natürlich im selben Netzwerk befinden. Das hat den Vorteil, dass kein weiterer Rechner im Heimnetz eingeschaltet sein muss. Zum Beispiel können auf die Fesplatte Filme, Bilder und Musik gespeichert sein, die sich am Fernseher betrachten oder anhören lassen.


Die Unordnung hat System. Wären die einzelnen Komponenten ordentlich gestapelt, würden sie sich gegenseitig aufheizen, was auf die Lebensdauer der Elektronik geht. Ganz oben liegt der Router, in dem hinten am USB-Anschluss derzeit ein USB-Stick zum Zwischenlagern von Medien steckt, die sich direkt auf dem Fernseher betrachten lassen. Später möchte ich den USB-Stick durch eine 1 TByte große USB-Festplatte ersetzen. Ansonsten sind noch ein Modem, eine alte Fritzbox als ATA für VoiP, eine DECT-Basisstation und ein Ersatzrouter zu erkennen. Der Korb sorgt für eine ausreichende Belüftung. Das augenscheinliche Chaos lässt sich in einem Schrank verbergen.

Youtube App greift auf den Fernsehschirm zu: Das Youtube App für Android (oder Iphone) bietet die Möglichkeit sich Ton und Bild auf den Fernseher streamen zu lassen. Bei mir klappt das jedenfalls. Der Fernseher schaltet vom laufenden Programm automatisch um und zeigt das Youtube-Video. Bei HD-Videos ist die Bildqualität ausgezeichnet. Fernseher und Smartphone müssen sich natürlich wieder im selben Heimnetzwerk befinden, damit sie sich finden können. Vorher im Youtube-App unter "Einstellungen" (die 3 Punkte rechts oben) sich mit dem Fernseher verlinken ("auf dem Fernseher ansehen").


Über das Smartphone lassen sich Youtube-Fillme auswählen, welche dann der Fernseher wiedergibt. Auf das Youtube-Video des Smartphones klicken. Dann das rot gekennzeichnete Symbol berühren. Es erfolgt eine Aufforderung sich mit dem Fernseher zu verbinden.

Media-Boxen (Streaming-Boxen, TV-Boxen): Das sind kleine und kostengünstige Computer, die mit einem HDMI-Ausgang für den Fernseher ausgerüstet sind. Über LAN oder WLAN sind sie mit dem Internet verbunden. Haben sie als Betriebssystem Android, sind diese Android-Media-Boxen (oder Android-TV-Boxen, Streaming-Boxen mit Android) meistens ohne Lüfter und andere bewegliche Teile augerüstet. Viele dieser Boxen lassen sich nicht nur mit der mitgelieferten Fernbedienung fernsteuern. Es lassen je nach Ausstattung Tastaturen und Mäuse über USB, Bluetooth oder WLAN anschließen. Selbstverständlich lassen sich auch Apps mit dem Playstore von Google installieren, um mit ihnen auf die gewünschten Mediatheken von z.B. ARD, ZDF, 3Sat, SVT für Schweden und so weiter zugreifen zu können.

Bessere Boxen für Android besitzen 2 GB RAM und 16 GB ROM. Mehr Speicherplatz trägt zur Stabilität des Betriebssystem bei und es lassen sich mehr Apps installieren, die sich oft in das ROM verschieben lassen. Insbesondere verlangt die freie Media-Software Kodi nach Speicherplatz. Übrigens eignet sich auch VLC von Videolan sehr gut als Folder-Player zum Abspielen von Videos, die über das eigene Netzwerk verteilt sein können.

Der Betrieb über LAN-Kabel trägt im Vergleich zu WLAN wesentlich zur Betriebssicherheit bei. Bei einer gestörten WLAN-Verbindung kommt selbstverständlich keine Freude auf, weil das Bild ruckelt, das Video abbricht und die TV-Box auf die Reaktionen der Fernbedienung mit Verzögerung reagiert, weil der Zugriff auf das Internet zu langsam ist oder unterbrochen ist. Bei mir laufen HD-Videos von Youtube oder SVT mit einem 5,5 MBit/sec-Internetzugang problemlos und ruckelfrei über LAN-Kabel.

Außerdem sollte man nicht Geld für eine Bildauflösung ausgeben, die der Fernseher nicht unterstützen kann. Da sich das Betriebsystem der Android-Boxen eher selten updaten lässt, sollte man zu Boxen mit aktuellen Versionen greifen und damit rechnen, das die Box nach ein paar Jahren veraltet ist. Das Studium der Kundenrezensionen ist vor dem Kauf der Box zu empfehlen. Nicht alle Boxen haben zum Beispiel Bluetooth, mit dem sich als drahtlose Fernbedienung eine kleine Bluetoothtastatur mit integriertem Touchpad betreiben lässt.

Wer seine Media-Box voll im Griff haben möchte, kann sie sich mit einem Raspberry Pi selbst aufbauen. Anregungen dazu gibt es hier. Wie sich Kodi auf einem Raspberry installieren lässt, ist hier erklärt. Eine andere Alternative für den Selbstbauer wären kleine Barbone-Mini-PCs, die hinsichtlich der Wahl des Betriebssystems großen Spielraum zulassen.
 

Ausblick: Sicherlich lässt mit dem Fernseher, der eigentlich ein Computer mit Bildschirm ist, noch viel mehr anstellen. Darüber werde ich berichten. Fernsehen selbst finde ich meistens langweilig, aber mit einem Fernseher herumspielen und seine Möglichkeiten erforschen ist doch viel spannender.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 15. April 2017 um 21:54 Uhr
 

3. Februar 2017

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