Reparatur eines DECT-Telefons mit einem Stechbeitel Drucken E-Mail
Dienstag, den 02. September 2014 um 13:42 Uhr

Reparatur eines DECT-Telefons mit einem Stechbeitel

Mein altes DECT-Telefon (Gigaset 3000 Comfort), zeigte nach über einem Jahrzent täglichen Einsatzes einen Wackelkontakt. Ab und zu war der Gesprächspartner nicht mehr zu hören. Schlug ich das Telefon auf den Tisch, verschwand der Fehler für eine Weile. Das war natürlich kein Dauerzustand. Das Gerät musste geöffnet werden.

Die beiden Halbschalen des Telefons werden durch die Kunststoffklammern des Gehäuses zusammengehalten. Spezialwerkstätten haben für eine zerstörungsfreie Öffnung spezielle Spannvorrichtungen, die ich natürlich nicht habe. Das Herumwerkeln mit einem Schraubenzieher in der seitlichen Nut führte nicht zum Erfolg und "bereichterte" das Gehäuse nur mit ein paar hässlichen Macken, die ich später wieder wegschleifen und wegpolieren muss.


DECT-Telefon Siemens Gigaset 3000 Comfort. Warum ein neues kaufen, wenn es sich reparieren lässt?


Die beiden Kunststoff-Halbschalen ließen sich sich mit einem Stechbeitel trennen. Mit einem Schraubendreher funktionierte es nicht.

Die Lösung war ein Stechbeitel, wir er für die Holzverarbeitung Verwendung findet. Mit seiner breiten Klinge konnte die beiden Halbschalen an ihrer Nut augehebelt werden.

Die Ursache war vermutlich des Fehlers war ein Wackelkontakt direkt am am oberen Lautsprecher, der nur durch Federkontakte mit der Leiterplatte verbunden war. Eine Reinigung half.

Die Elektronik und die Tastaturmatte aus Gummi wurde mit Elektronikreinungsspray behandelt. Die Kunststoffteile wurden innen und außen mit Seife, Pinsel und warmen Wasser gereinigt.

Insbesondere wurden die Kontaktflächen der Tastatur gereinigt. Auf der Leiterplatte hatte sich eine ölige Schicht gebildet. Sie stammt von der feuchten Atemluft, die durch die Gummitastenmatte hindurch diffundiert. Diese Diffusion verhindert eigentlich eine Lackschicht, genannt Coating. Durch den starken Gebrauch war sie beschädigt.

Jetzt geht wieder mein Telefon. Und die Tasten gehen besser. Den Neukauf habe ich mir gespart. Damit habe ich mir auch Zeit und Geld gespart.


Die Einzelteile nach der Öffnung des Telefons.


Die angecrimpten Zuleitungen für den Lautsprecher waren mir auch verdächtig. Die Kabelenden wurden abisoliert und verlötet.


Leiterplatte von oben.


Leiterplatte von unten. Links der obere Lautsprecher, der nicht mehr funktionierte. Er war nur durch Federkontakte mit der Leiterplatte verbunden. Auf der rechten Seite der Leiterplatte zu sehen ist auch die Kontakfläche für die Tastatur, die mit einer öligen Schicht verdreckt war.


Unterseite der Tastatur nach der Reinigung.


Oberseite der Tastatur aus Gummi.

Schonende Alternativen zum Stechbeitel: Der Stechbeitel ist immer noch recht brutal und beschädigt etwas die Nut des Kunststoffgehäuses. Geeignet sind auch harte Kunststoffscheiben aller Art, die in die Nut passen. Ein Trick ist der Einsatz eines Plektrums, wie er zum Zupfen von Saiteninstrumenten verwendet wird.

Reparatur der Kontakte des Tastensatzes: Wenn eine Reinigung nicht hilft, können auf die schwarzen Kontaktgummis, wie sie in Telefonen und Fernbedienungen vorkommen, dünne Aluminiumfolie geklebt werden, welche aus der metallisierten Abschirmfolie von Telefon- und Koaxkabeln gewonnen werden. Die Folie kann mit einer Lochzange zu kleinen Kreisen gestanzt werden.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 07. März 2015 um 08:26 Uhr
 
3. Februar 2017

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