Restaurierung eines alten Radioweckers Drucken E-Mail
Donnerstag, den 03. Oktober 2013 um 09:19 Uhr

Restaurierung eines alten und verdreckten Radioweckers

Von einem netten Nachbarn bekam ich einen alten Radiowecker mit 7-Segment-LED-Anzeige geschenkt. Technisch war er noch in Ordnung. Allerdings war das Gehäuse völlig verdreckt, da der Apparat zuletzt offenbar in einer Werkstatt zum Einsatz kam.

Es handelt sich bei diesem Gerät um ein DUX TR6322, "Made in Malaysia". Vermutlich stammt das Gerät aus den 1970er Jahren oder vielleicht noch aus den 1980er Jahren. Das Radio war technisch völlig in Ordnung, allerdings total verdreckt, womit der Einsatz auf dem Nachttisch ausgeschlossen war, da mich der Dreck um den Schlaf gebracht hätte, was die Weckfunktion wieder überflüssig gemacht hätte.


 Nach der Reinigung und dem Polieren. Der Wecker sieht wieder fast wie neu aus und funktioniert einwandfrei.


Völlig verdreckter Zustand vor der Reinigung.


So ein Dreck geht nur zu entfernen, wenn das Gehäuse demontiert wird und dann mit Seifenlauge und der Zahnbürste eine intensive Reinigung erfährt. Als Reinigungsflüssigkeit hat sich in warmen Wasser aufgelöster Gebissreiniger wegen seiner bioaktiven Substanzen bestens bewährt.


Die Seite nach der Reinigung. Leider zieht das Kunststoffgehäuse Staub und Fussel elektrostatisch an.


Mit diesen Mitteln, die leicht zu beschaffen sind, lassen sich Kunststoffteile wunderbar reinigen. Der Lackreiniger für Autolack darf nur bei hochglänzenden Kunststoffoberflächen Verwendung finden. Das Polieren geschieht mit weichem Toilettenpapier und entfernt hartnäckigen Dreck und feine Kratzer, was sich insbesondere auf Klarsichtscheiben positiv bemerkbar macht. Mit etwas Glasreiniger und Wattestäbchen können die Kunststoffscheiben schlierenfrei geputzt werden. Eine lauwarme Lösung eines beliebigen Gebissreinigers entfernt mit Hilfe einer Zahnbürste den Dreck aus allen Ritzen und Kanten. Nach der Reinigung und eventuellen Politur sind die Kunststoffteile unter fließendem Wasser abzuspülen.

Also wurde das Gerät demontiert und alle Plastikteile wurden mit Zahnprothesenreiniger und einer Zahnbürste behandelt. Anschließend erfolgte eine Politur mit Autolackreiniger. Offenbar stand das Gerät mal eine Weile in einer Werkstatt. Leider hatte sich Funkenflug von Schleifarbeiten in das Kunststoff als kleine schwarze Punkte eingebrannt. Mit einem kleinen, spitzen Schrauberzieher und mit Hilfe einer Lupenbrille konnten die meisten davon entfernt werden. Das Kunststoffglas wurde innen mit Glasreiniger und Wattstäbchen gereinigt.

Demontage: Die Demontage war einfach. Am Boden wurden die Schrauben entfernt, wobei eine Schraube im Batteriefach zu erreichen war. Das Entfernen der Leiterplatten war selbsterklärend. Teils waren sie mit Schrauben befestigt oder an Kunststoffnippeln festgehakt. Der Drehkondensator des Radios ist auf Anschlag zu stellen. Das Erleichtert die Wiedereinbau und das Einhaken des Hebels für den Skalenzeiger. Bei der Montage muss man sich nur vor Augen halten, dass diese bei der Fertigung von ungelernten Arbeitskräften erfolgte. Mit etwas Übung und etwas Überlegung ist dies eine relativ leichte Aufgabe und keine Wissenschaft.


Die Elektronik muss vor dem Waschen ausgebaut werden. Fotos helfen bei beim Zusammenfügen.


Nach dem Ausbau der Platinen kam der Hebel für den Stationszeiger zum Vorschein, der in viel zu viel Silikonfett geschmiert war. Ein Großteil des Fetts konnte mit Wattestäbchen entfernt werden. Trotz des Fettes konnte die Halbschale mit warmen Wasser unter dem Wasserhahn gespült werden.


Der Lautsprecher war mit einem Keil und Kleber befestigt. Mit einem Cuttermesser konnte der Kleber am Rand des Lautsprechers aufgeschlitzt werden.


Die mit Schrauben befestigte Elektronik konnte am Stück einschließlich der Verkabelung entnommen werden. Der Lötkolben musste nicht zum Einsatz kommen.

Das Netzkabel und das Stück Draht für die UKW-Antenne wurden natürlich auch gereinigt. Die ganze Aktion hatte 2 Stunden benötigt.

Jetzt steht das gute Stück tatsächlich auf meinem Nachttisch und sieht fast wie neu aus. Die große 7-Segment-Anzeige hat was und die Genauigkeit der Uhr hängt von der Genauigkeit der 50 Hz des Stromnetzes ab und diese Genauigkeit ist sehr gut. Falls der Strom mal ausfallen sollte, dient eine eingebaute 9V-Blockbatterie zur Überbrückung.

Wenn man bedenkt, dass Radios nur deshalb entsorgt werden, weil sie verdreckt sind, ist das eine Riesenverschwendung. Dabei lassen sich dies Geräte mit relativ wenig technischem Verständnis wieder ansehnlich erscheinen. Falls ihr auf dem Flohmarkt ein völlig verdrecktes Radio entdeckt, habt keine Scheu es nach dieser Anleitung zu reinigen.

Der Radiowecker wurde unter der schwedischen Marke DUX vertrieben. DUX ist zu 100% eine Tochterfirma von Philips gewesen. Wer diesen Radiowecker unter einem anderen Markennamen kennt, möge sich bitte bei mir melden (sm5zbs ättt janson-soft.de). Vielen Dank!

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 07. März 2015 um 12:24 Uhr
 

3. Februar 2017

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