Vor ein paar Jahren habe damit angefangen mehr oder weniger systematisch Röhrenradios zu sammeln und zu restaurieren. Hinter fast jedem Gerät steckt eine kleine Geschichte. Die Röhrenempfänger von 1938 bis 1962 sind nach dem Alter geordnet.
Volksempfänger VE301W von 1938: Ich war damals wohl 15 oder 16 als ich Mitte der siebziger Jahre dieses Gerät auf einem Baden-Badener Flohmarkt für 20 DM kaufte und voller Stolz mit meinem Fahrrad nach Hause brachte. Leider brummte es zu meiner großen Enttäuschung und der Ortsender kam nur schwach durch.
Erst viele Jahre später, im Jahre 2007, wollte ich es nun wissen und ich wagte mich an die Reparatur. Wie sich nach langer Fehlersuche herausstellte, war der NF-Übertrager zwischen Audion- und NF-Endstufenröhre defekt. Ich tauschte ihn gegen einen ähnlichen aus und konnte nun viele Mittel- und Langwellenstationen empfangen. Ich war sehr über die Klangqualität, Trennschärfe und Empfindlichkeit dieses doch recht einfachen Audions überrascht. Unter volksempfaenger-ve301w.html habe ich ihn detailierter beschrieben.
Das Video zeigt meinen Volksempfänger VE 301w Baujahr 1938, welchen ich als Jugendlicher in den 70er Jahren auf einem Flohmarkt für 20 DM kaufte. Leider war zu meiner Enttäuschung aus dem Lautsprecher nur ein Netzbrummen zu vernehmen. 30 Jahre später habe ich mir die Zeit für die Fehlersuche genommen und festgestellt, dass der NF-Übertrager zwischen der Audion- und der NF-Röhre eine Unterbrechung hatte. Nach der Reparatur ist zwar immer noch etwas zu viel Brumm zu hören, aber dieser Rückkopplungsempfänger funktioniert im Prinzip wieder. Im Video wird der Empfänger an einem 40 m langen Draht als Antenne betrieben und schafft es bei Tageslicht einen etwa 600 km entfernten polnischen Mittelwellensender zu empfangen.
DUX V234 von 1943: Dies Gerät stammt aus der schwedischen Kriegsproduktion der Firma DUX, die bereits damals schon von Philips aufgekauft war. Es handelt sich um einen Super für Mittel-, Lang-, und Kurzwelle. Leider hat der Netztrafo einen Windungsschluss in der Anodenspannungswicklung. Dadurch wird der Trafo sehr heiß und stinkt stechend. Wenn ich Zeit und Lust habe, werde ich ihne neu bewickeln.
Das Gerät habe ich im November 2007 auf dem Flohmarkt von Skärblacka / Schweden entdeckt und für 400 Kronen (umgerechnet 40 €) erworben.
Radiola Femett 2553 V von 1955: Ebenfalls aus schwedischer Produktion mit einem eigenwilligen Design, das jedoch für das damalige Schweden typisch war.
Das Gerät ist ein Geschenk von Lennart, SM5DFF, welcher ebenfalls Röhrenradios neues Leben einhaucht. Empfangsbereiche: UKW, LW, MW und 2 Kurzwellenbereiche.
Bücher zum Thema:
Luxor Tapto 4694, etwa 1962: Dieser Empfänger (hier mehr Bilder) besitzt neben UKW, MW und KW einen nach oben erweiterten Langwellenbereich, der bis etwa 400 kHz reicht, um damit LUFOR abzuhören. Mit LUFOR wurden zu Zeiten des Kalten Krieges feindliche Eindringlinge, die in den schwedischen Luftraum eindringen, gemeldet. "Tapto" bedeutet übrigens Zapfenstreich.
Entdeckt habe ich das Gerät im August 2008 in dem Gebrauchtwarenladen, welcher von der Gemeinde Finspång betrieben wird. Bei einem Preis von 50 Kronen musste ich einfach zuschlagen. Der Apparat ist voll funktionsfähig und muss nur von einer Fettschicht befreit werden. Wahrscheinlich stand das Gerät viele Jahre in einer Küche.
Braun 555 UKW von 1955: Mein Lieblingsgerät, das von Bekannten meiner Eltern überlassen wurde. Diese Röhrenradio ist im regelmäßigen Gebrauch. Ich mag es wegen seines satten Klangs. Die Audioendstufe ist mit einer EL84 bestückt.
Wie ich den Lack und die Messingteile wieder auf Hochglanz gebracht habe, steht hier beschrieben. Dort gibt es auch weitere Bilder von diesem Gerät. Defekt war das Skalenseil, welches ich durch einen dicken Nylonfaden ersetzte. Außerdem war der Netzschalter defekt, den ich durch Rostlöser wieder reparieren konnte. Der Rostlöser ist ganz vorsichtig und sparsam in das Gehäuse des Schalters zu träufeln. Vor dem Einschalten unbedingt einige Tage warten, bis das Benzin im Rostlöser restlos verdampft ist. Andernfalls kann der Schalter explodieren.
Nordmende Elektra von 1960: Dieser Empfänger war das ehemalige Küchenradio meiner Schwiegermutter. Es funktioniert einwandfrei. Innen ist es bereits mit gedruckten Schaltungen aufgebaut.
Der Rahmen besteht bereits aus Kunststoff. Wenige Jahre später war die Ära der Röhrengeräte durch Transistoren abgelöst.
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 24. Dezember 2011 um 22:37 Uhr