Schraubendreher-Kniffe und Schrauben-Tricks Drucken E-Mail
Montag, den 13. Oktober 2014 um 20:33 Uhr

Schraubendreher-Kniffe und Schrauben-Tricks

Eigentlich ist der Umgang mit Schraubendrehern und Schrauben eine ganze einfache Angelegenheit. Aber manchmal geht es nicht ohne Tücken ab, wenn Apparate demontiert oder montiert werden müssen. Und dann sind ein paar Tricks für den richtigen Dreh gefragt.

Nachfolgend ein paar kommentierte Bilder zu diesem an sich banalen Thema:


Neben den normalen Schraubendrehern habe ich noch ein paar Uhrmacherschraubendreher und einen Schraubendreher für Bits in meiner Werkzeugkiste. Mit ein paar Kreuzschlitz- und Schlitzschraubendrehern kommt man leider nicht mehr aus.


Immer wenn ein Satz mit Bits günstig angeboten wird, greife ich zu, um für alle Fälle gerüstet zu sein. Selbst dieser Satz reicht nicht für alle Fälle. Offenbar lassen sich viele Geräte nur mit Bits öffnen, die es nirgends zu kaufen gibt.


Manche Geräte sind mit Schrauben versehen, die einen unterbrochenen Schlitz besitzen. Abhilfe schaffte ein Schlitzschraubendreher, in dem eine Kerbe eingefeilt wurde.


Findet man keinen passenden Schraubendreher, kann die Klinge eines Schlitzschraubendrehers passend gefeilt werden. Dazu wird nur ein Schlüsselfeilensatz benötigt. Es gibt immer eine Weg auch die exotischte Schraube zu lösen.


Damit die Schrauben an der Klinge haften bleiben, können die Schrauberdreherklingen zum Beispiel an dem Magneten eines Lautsprechers magnetisiert werden.


Wenn das Magnetisieren nicht hilft, kann ein Stück Kaugummi der Retter in der Not darstellen. Oft reicht es die Schraube mit einem Stück Draht zu umwickeln. Wenn sich jemand fragt, warum er nicht schon früher auf die Idee mit dem Draht gekommen ist, soll er sich nicht darüber wundern. Ich bin erst nach vielen Jahrzehnten auf die Idee gekommen. Warum hat mir niemand diesen Tipp verraten, der anscheinend nur für eine Hälfte der Menschheit selbstverständlich ist? Warum kannte ich diesen Dreh nicht?


Mit so einem Draht kann die Schraube auch an unzulänglichen und an den unmöglichsten Stellen positioniert werden, wo die Finger einfach zu dick wären. Ist die Schraube einmal etwas im Gewinde, kann der Draht leicht abgezogen werden. Alleine dieser Trick kann einem viel Zeit und nervenaufreibende Fummelei sparen.


Oder muss man schon eine Schraube locker haben, um auf solche Ideen zu kommen.


Wie dem auch sei, kann ein bisschen Klebeband und ein Stückchen Draht in schwierigen Lebenssituationen erheblich zur Verbesserung der Lebensqualität eines Bastlers beitragen. Diese Drahtlösung lässt sich für alle möglichen Schraubezieher anwenden. Übrigens lassen sich Holzschrauben mit etwas Seifenwasser oder Spüli leichter in das Holz drehen.


Ein Phasenprüfer sollte natürlich niemals fehlen. Deshalb sei dieses Werkzeug der Vollständigkeit halber abgebildet. Früher gab es Elektriker, die mit dem Fingern die Netzspannung erfühlten. Offenbar hatten sie eine besonders dicke Hornschicht auf der Haut. Ich rate niemanden dazu im Selbstversuch herauszufinden, ob die Hornschicht ausreichend dick ist.


Schrauben, Muttern und andere Kleinteile aus ausgeschlachteten Geräten werden natürlich gesammelt. Irgendwann braucht man ja dann doch ein Teil, das es sonst nirgends aufzutreiben gibt. Alle Schrauben werden gesammelt und niemals weggeworfen. Alles andere entspricht nicht den allgemein anerkannten Bastelregeln.


Die Muttern von Potenziometern und Drehschaltern lassen sich am besten mit Steckschlüsseln lösen und anziehen. Mit einer Kombizange riskiert man ein Zerkratzen des Gehäuses.


Merkwürdigerweise gibt es in den Uhrmachersteckschlüsselsätzen kein Steckschlüssel für M3-Muttern. Aus einem Stück Alublech habe ich mir dann einen Gabelschlüssel für M3-Muttern selbst mit der Feile hergestellt. Mit einer kleinen Zange geht es auch. Aber sie kann abrutschen. Ist übrigens mal ein metrisches Innengewinde vermurkst, kann manchmal eine Blechschraube helfen, das sich ein neues Gewinde selbst schneidet.


Die Madenschrauben der Drehknöpfe können beim Lösen leicht abbrechen. Deshalb arbeite immer mit einem genau passenden Schraubendreher. Sicherheitshalber wird die Schraube mit Kriechöl einige Stunden oder Tage vorher eingesprüht. Wenn das bei seit Jahrzehnten festsitzenden Madenschrauben nicht hilft, kann die Madenschraube mit Kältespray behandelt werden. Sie zieht sich dann zusammen und lässt sich mit etwas Glück leichter lösen. Rohe Gewalt muss vermieden werden, damit der empfindliche Schlitz nicht beschädigt wird.

Die meisten Menschen im deutschen Sprachraum verwenden übrigens den Begriff Schraubenzieher und nicht Schraubendreher. Und so geht es mir auch. Ich finde, dass Schraubendreher einfach zu verschraubt klingt.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 12. März 2015 um 07:42 Uhr
 
3. Februar 2017

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