Transistor-Einkreiser für Mittelwelle Drucken E-Mail
Donnerstag, den 18. Juni 2009 um 13:07 Uhr

Transistor-Mittelwelleneinkreiser mit Rückkopplung

Mit ein paar Transistoren lassen sich einfache Rückkopplungsempfänger mit erstaunlicher Empfindlichkeit und Trennschärfe aufbauen.

 

Bei diesem Transistor-Einkreiser für Mittelwelle erfolgt die Demodulation über die Germanium-Diode D1. Die beiden Transistoren Q1 und Q2 bilden einen als Oszillator geschalteten Differenzverstärker, welcher den Schwingkreis L1 / C1 entdämpft. Von diesem Prinzip gibt es zahlreiche Varianten. Je größer R2, desto weicher der Einsatz der Rückkopplung. Bei hohen Antennenpegeln gelingt keine Selektion. Deshalb wurde das Poti R7 eingeführt.

 

Klicke für ein größeres Schaltbild des Mittelwelleneinkreisers
Schaltbild des Mittellwelleneinkreisers, dem ein NF-Verstärker nachgeschaltet werden muss.

Link zum vergrößerten Schaltbild des Transistormittelwelleneinkreisers

R6 wurde eingebaut, um Schwingneigung des NF-Verstärkers zu verhindern, die bei voll aufgedrehter Lautstärke auftrat. Nachtrag: Wenn das Poti für die Lautstärke 10 kOhm oder weniger hat, dann dürfte der LM386 auch nicht mehr ins Schwingen geraten. Die Spule wurde einem 16 cm langen Ferritstab gewickelt und hat etwa 50 bis 60 Windungen. Die Anzapfung liegt ungefähr in der Mitte. Es ist aber nicht notwendig dafür einen Ferritstab zu opfern. Zur Not würde auch das Papprohr einer Klopapierrolle seinen Dienst erfüllen. Um die Spulen und Schwingkreise berechnen zu können, ist das kostenlose Programm E1 eine Hilfe. Für die Transistoren habe ich zwei BC250C aus der Bastelkiste genommen. Andere PNP-Typen gehen selbstverständlich auch.
 

Empfangsleistung: Hier 200 km westlich von Stockholm konnte ich am Tage gut den Deutschlandfunk empfangen. Abends kamen an die 30 ausländische Sender mit der 50 m langen Drahtantenne herein, die nur lose angekoppelt werden durfte. An die 20 Sender gingen mit 1 m Draht als Antenne im Zimmer. Die Ferritantenne zeigt jedoch keine Wirkung. Es gibt hier auch keinen Ortssender in der Nähe. Die Empfindlichkeit des Empfängers ist bei den tieferen Frequenzen niedriger. Wahrscheinlich hängt dies mit dem L/C-Verhältnis zusammen.

Nachfolgend ein paar Bilder vom Experimentieraufbau:


Versuchsaufbau. Dank des Steckbretts ist man sehr flexibel. Unterhalb der Bodenplatte wäre noch Platz für weitere Baugruppen, die man immer benötigt, z.B. einem NF-Verstärker.


Die Frontplatte ist mit zwei Gewindeschrauben befestigt und leicht demontierbar.


Der HF-Teil der Schaltung.


Der NF-Teil des Mittelwelleneinkreisers. Hier kommt der LM386N zum Einsatz.

Als NF-Verstärker lassen sich natürlich auch ander Konzepte einsetzen, z.B. ein NF-Verstärker mit einem TBA820M. Die Schaltung des kleinen Rückkopplungs-Empfängers funktioniert auch auf Kurzwelle, wenn man die Spule umdimensioniert. Raum für Experimente ist genügend da.

Was gibt es noch im Internet zu Tansistor-Einkreisern? Unter http://www.juergen-horn.de/ ... radio3.html habe ich noch eine interessante und lehrreiche Seite mit Transistor-Einkreisern gefunden, wobei ich die Schaltung unter http://www.juergen-horn ... /ferrit.html demnächst nachbauen möchte. Weiterhin habe ich einen Einkreiser mit einem BF966, NE612 und LM386 entdeckt, dessen Empfindlichkeit sich durch einen Oszillator mit zwei PNP-Transistoren stigern ließe, der den Schwingkreis entdämpft. Dazu kann die eingangs beschriebene Schaltung Verwendung finden.

E-Book mit vielen Transistor-Einkreisern: http://www.mikroe.com/old/books/rrbook/rrbook.htm
Audion mit FET: http://www.electronics-tut ... receiver.htm
Kurzwellen-Audion mit drei Tansistoren: http://www.zen22142.zen.co.uk/Circuits/rf/swr.htm

Zudem liefert Google mit den  Suchbegriffen "regnerative receiver transistor" eine große Anzahl englischsprachiger Links über Transistor-Rückkopplungs-Empfänger.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 07. März 2015 um 12:47 Uhr
 
3. Februar 2017

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