| Längstwellen-Empfang mit der Soundkarte bei geringem Aufwand |
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| Geschrieben von: Volker Lange-Janson |
| Dienstag, den 21. Juli 2009 um 09:02 Uhr |
Längstwellenempfang mit der Soundkarte bei geringem AufwandMit einem minimalistischen Aufwand und der Hilfe der Soundkarte des PC lässt sich ein Empfänger für Längstwellen von etwa 9 bis 23 kHz aubauen. Als Antenne reicht ein Draht, der möglichst lang sein soll. Bereits 10 m Draht haben bei meinen Experimenten zu guten Ergebnissen geführt. Die Dekodierung übernehmen kostenlosse Programme, welche es im Internet gibt. Die Schaltung und ihre Bauanleitung: Das
nachfolgend abgebildete Schaltbild ist schnell zusammengelötet und
besteht im Wesentlichen aus einem breitbandigen Schwingkreis mit einer
Resonanzfrequenz von etwa 16 kHz, was ungefähr der Mitte des
Empfangsbereichs entspricht.
![]() Schaltung des Längstwellenempfängers für die Soundkarte Der Eingang ist durch
zwei antiparallel geschaltete Silizium-Dioden (es gehen alle Typen)
geschützt, um den Eingang der Soundkarte bei Gewitter oder durch andere
denkbare und undenkbare Gründe vor Überspannung zu schützen. Bei
Gewitter sollte man selbstverständlich die Antenne immer trennen. Im
Schaltbild kommt ein Dipol für 80 m zum Einsatz, weil sie bei
Funkamateuren oft vorhanden ist. Es ist dann nur die Seele des
Koaxkabels anzuschalten. Der Mantel hängt "in der Luft". Mit 10 m Draht
irgendwo in der Wohnung verspannt, wird man aber auch schon Erfolge
verbuchen können. Übrigens benötigt man nicht unbedingt einen
abgestimmten Schwingkreis. Eine Spule von ein paar mH tut es auch, um
den Netzbrumm, kurzzuschließen, denn man sonst über den Draht empfangen
würde und die Soundkarte hoffnungslos zum Übersteuern würde. Die beiden
470-Ohm-Widerstände am Ausgang trennen zur Sicherheit die beiden
Stereo-Eingänge der Soundkarte. 3,5-mm-Klinkenkabel würde ich nicht
mehr selber zusammenlöten. Man bekommt es günstig fertig konvektioniert. ![]() Der Empfänger auf einer Lochrasterplatine realisiert. Sämtliche Bauteile stammen aus ausgeschlachtetetn Geräten.
![]() Der erste Empfänger auf einem Stück Pappe. Als Spule diente ein bewickelter Ferritstab, der als Antenne jedoch kein Ergebnis brachte. Ein Draht musste angeschlossen werden.
Software für die Dekodierung: Hier gibt es im
Prinzip zwei Möglichkeiten. Entweder soll ein Ton aus dem Lautsprecher
gehört werden oder man möchte sich das Spektrum über eine
Wasserfallanzeige ansehen lassen. Letzteres ist empfindlicher. Die Soundkarte ist wie immer wie folgt einzustellen: ![]() So ist die Soundkarte beispielsweise unter Windows für Aufnahme und Wiedergabe einzustellen. "Line in" ist unter "Lautstärke" deaktiviert, damit man nicht das nervende Gepiepse und Rauschen, welches direkt von der Antenne kommt, im Lautsprecher vernimmt. Um die Soundkarteneinstellungen abspeichern zu können, empfehle unter http://www.ptpart.co.uk/quickmix/ das kleine kostenlose Programm QuickMix. 1. Empfang mit Wasserfallanzeige: Dazu eignet sich das kostenlose Programm SpecLab von DL4YHF, welches sich unter http://freenet-homepage.de/dl4yhf/spectra1.html herunterladen lässt. Dort befindet sich auch eine Bedienungsanleitung.
![]() SpacLab in Aktion beim Empfang militärischer Längstwellenstationen, welche fast permanent auf Sendung sind. Die horizontalen Streifen stammen von einem elektrischen Weidezaun. In der Regel wird man immer ein paar militärische Längstwellensender empfangen können, die zur Navigation oder zur Kommunikation mit U-Booten dienen, da Längstwellen die Eigenschaft haben, mehrere Metter tief in Wasser eindringen zu können. Unter http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A4ngstwelle existiert eine Zusammenstellung der wichtigtigsten Längstwellensender und ihre Frequenzen. Von dort gibt es auch weiterführende Links, um mehr über die verschiedenen Längstwellen-Stationen erfahren zu können.
![]() Seltenes Ereignis: Eine gepulste Aussendung auf etwa 19,5 kHz. 2. Lautsprecherempfang mit SDRadio: Die Stationen über Lautsprecher hören zu können, kann auch recht reizvoll sein. Dazu muss man aber die Frequenzlage in einen angenehm hörbaren Bereich nach unten verschieben. Dies ist zum Beispiel sinnvoll, wenn man die Telegraphie-Signale des schwedischen Alexandersson-Senders Grimeton hörbar machen möchte. Dazu verschiebt man mit einer Software die 17,2 kHz aus Grimeton in angenehm klingende 700 Hz, um den CW-Zeichen lauschen zu können. Dazu eignet sich das unter http://www.sdradio.eu/sdradio/ kostenlos erhältliche Programm SDRadio. Bei diesem Programm lässt sich mit der Maus zudem bequem die Filterbandbreite einstellen. Es ist damit auch ideal für den Empfang von CW- und SSB-Aussendungen.
![]() Empfang der CW-Signale des Senders Grimeton mit SDRadio. Das Filter wurde auch wenige 100 Hz breit eingestellt.
Antennenanlage von Grimeton (Bildquelle: Wikipedia) Unter http://www.schaetze-der-welt.de/denkmal.php?id=327
existiert ein Film über das Weltkulturerbe Grimeton aus der
Fernsehreihe "Schätze der Welt". Wie man ganz ohne Röhren und
Halbleitern Grimeton empfangen kann, ist unter http://www.wireless.org.uk/mechrx.htm beschrieben. Auch das gibt es. Bei YouTube existiert ein schwedischsprachiger TV-Beitrag von etwa 7 Minuten Länge über Grimetons Längstwellensender. Übrigens hat sich unter http://www.qrpforum.de/thread.php?threadid=1822 eine interessante und nahezu erschöpfende Diskussion zum Längstwellenempfang entwickelt. Literatur zum Thema: |
| Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 04. Oktober 2009 um 18:29 Uhr |